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Snapchat

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https://www.youtube.com/watch?v=fmE09UiXe5s

Kurz gefasst:

  • Kreative Stories mit Freunden teilen: Bilder, Videos, witzige Emoticons und Filter
  • Inhalte sind nur kurzzeitig sichtbar, es sei denn sie werden bewusst archiviert und gespeichert
  • Laut Anbieter ab 13 Jahren erlaubt
  • Achtung: Inhalte können von anderen gespeichert und weiter verbreitet werden, die neue Kartenfunktion zeigt an, wo man sich gerade aufhält

Was ist Snapchat?

Snapchat ist ein kostenloser Instant-Messaging-Dienst zum Versenden von Fotos und kurzen Videos. Die geposteten Inhalte  sind nur für eine bestimmte Zeit sichtbar und „zerstören“ sich danach selbst. Snapchat ist mittlerweile eine der beliebtesten Apps bei Jugendlichen. Sie bietet die Möglichkeit, eine individuelle „Story“ mit Bildern und Videos zu veröffentlichen. Diese können mit unzähligen Filtern bearbeitet werden. Mit der „Memories-Funktion“ können Nutzer bestimmte Inhalte auch langfristig speichern. Mit der neuen „Snap-Map-Funktion“ können Kinder und Jugendliche zudem sehen, wo sich ihre Freunde gerade aufhalten. Zahlreiche und fast unendliche Inhalte sind auf Snapchat abrufbar. Neben den privaten Storys von Freunden sind auch Inhalte von Stars und Sternchen, Nachrichten, Tipps und Storys von Unternehmen, Marken oder Medienanbietern zu finden. Nutzer können über die sogenannten „Snap-Codes“ sowie auch über ihre Handynummer gefunden werden, wenn dies in den Einstellungen nicht deaktiviert wird.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an dem Angebot?

Das eigene Profil beinhaltet nur Bilder und Videos, keine sonstigen Angaben. Die von Kindern und Jugendlichen erstellten Storys können nur von „Freunden“, die man auf der eigenen Liste hinzugefügt hat, angeschaut werden. Mit den vielen Gestaltungsmöglichkeiten mithilfe von Filtern und Emoticons entstehen witzige „Snaps“, die Heranwachsende gern mit ihren Freunden teilen. Sie können auch Gruppenchats mit mehreren Nutzern durchführen. Gerade für Jugendliche kann die neue Kartenfunktion attraktiv sein. Sie sehen sich und ihre Kontakte als Avatare, so dass die Snap Map wie ein Spiel wirkt.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Alle Inhalte auf Snapchat zerstören sich in Wirklichkeit nicht selbst. Tatsächlich verbleiben die Dateien der Fotos und Videos jedoch auf dem Endgerät. Sie werden leiglich mit einer anderen Dateiendung versehen. Das heißt zwar, dass die Dateien dann nicht mehr ausgelesen werden können, mit  technischen Mitteln sind sie in den Ordnern auf dem Endgerät aber wieder auffindbar. Zudem ist es auch möglich, Screenshots eines Bildes zu erstellen. Wenn der Empfänger eines Bildes einen Screenshot macht, wird der Sender zwar darüber benachrichtigt, man kann den Screenshot aber nicht verhindern.

Zudem ermöglichen spezielle Apps das Herunterladen von ungeöffneten Snaps und die Speicherung auf dem eigenen Gerät, ohne dass der Absender des Snaps dies bermerkt. Das kann besonders dann problematisch werden, wenn Kinder und Jugendliche sehr persönliche Bilder und Videos versenden. Besonders auch dann, wenn sie z.B. Nacktbilder (sogenanntes Sexting) von sich versenden. Jugendlichen ist oft nur begrenzt bewusst ist, dass sie keine Kontrolle darüber haben, wie vertraulich die Empfänger – also die vermeindlichen Freunde – mit den Inhalten umgehen.

Durch die Vielzahl an gesendeten Bildern und Videos ist die Kontrolle der geposteten Inhalte äußert schwierig. Kinder und Jugendliche sollten daher wissen, wie sie die Meldefunktionen nutzen können. Auch sollten sie wissen, dass Nutzer blockiert werden können.  Das ist z.B. im Falle der ungewünschten Kontaktaufnahme besonders sinnvoll.

Mit der neuen Funktion Snap Map sehen Nutzer nicht nur die Beiträge ihrer Freunde, sondern bekommen auch deren Standort auf einer Karte angezeigt. Die Möglichkeit, den eigenen Standort mit anderen zu teilen, kann insbesondere für Jüngere ein Risiko darstellen. Z.B. können sie damit einfach von ihren vermeidlichen Freunden aufgefunden werden. Oft kennen sie aber diese Freunde nicht aus dem realen Leben. Zudem kann das Teilen des Standortes auch unbewusst geschehen z.B. bereits beim Öffnen der App. Dies kann im sogenannten „Geistmodus“ (Ghost Mode) verhindert werden. Auch kann der App die Berechtigung entzogen werden, auf den Standort zuzugreifen.

Die meisten Daten werden von Snapchat auf Servern in den USA gespeichert. Letztere verbleiben auf diesen bis sie vom Empfänger abgerufen werden und werden danach gelöscht.

Auch bestimte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein. Das sind nicht nur Bilder und Videos, deren Inahlte für sie nicht geeignet sind, sondern z.B. auch Werbung oder die Snaps von Marken und Produkten.

Was meint der Anbieter?

Wie bei jedem Anbieter müssen sich Nutzende an die Regeln der Plattform halten. Die Nutzung von Snapchat ist dabei nur Jugendlichen ab 13 Jahren erlaubt. Es erfolgt aber keine Prüfung der Daten.

Generell ist es verboten, nicht jugendfreie Inhalte wie pornografische Bilder zu verbreiten oder zu bewerben. Minderjährige dürfen keine Nacktbilder oder sexuell aufreizende Inahlte von sich posten oder versenden.

Der Anbieter appelliert an die Community, sich an die Richtlinien zu halten. Besonders weißt er Jugendliche darauf hin, dass ihre Snaps  jederzeit als Screenshot gespeichert oder mit einer anderen Kamera vom Bildschirm abfotografiert werden können.

Für Eltern und pädagogische Fachkräfte werden spezielle Informationen und Umgangstipps angeboten.

Sicherheitsprobleme können direkt innerhalb des Sicherheitscenters des Dienstes gemeldet werden, außerdem ist es möglich andere Nutzer zu blockieren und zu melden. Professionelle Anbieter sogenannter Discovery Channels können ein Tool nutzen und ihre Inhalte erst  Snapchattern ab 18 Jahren zugänglich machen.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Kinder und Jugendliche Snapchat nutzen, sollten Eltern unbedingt besprechen, wer die geteilten Inhalte sehen kann und wer es eben nicht sehen sollte. Insbesondere die nicht vorhandene Kontrolle über gesendete Bilder und Videos sollte hier besprochen werden.  Gemeinsam sollten Sie mit Ihrem Kind überlegen, wer wirkliche Freunde sind und wer eben keinen Zugang zu den eigenen Inhalten haben sollte.  Grundsätzlich können die Inhalte von anderen gespeichert und auch weiter verbreitet werden. Es ist dringend zu empfehlen, dass Jugendliche nur Freunde zu ihrer Liste hinzufügen, die sie tatsächlich kennen.

Außerdem ist es ratsam, die Funktion Snap-Map thematisieren: Was bedeutet die Sichtbarmachung des eigenen Standorts, welche Risiken gehen damit einher und wird die Funktion überhaupt gebraucht? Wenn sich für die Aktivierung entschieden wird, empfiehlt sich die gemeinsame Einrichtung der Funktion, das Festlegen der Sichtbarkeit und das Gespräch über mögliche Folgen.