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Internetguide für Eltern
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Internetguide für Eltern

Telegram

Kurz gefasst:

  • kostenloser Messenger-Dienst
  • Registrierung via Handynummer
  • Anlegen eines Nutzernamens, über den andere einen als Kontakt finden
  • Chats und Gruppenchats möglich
  • Geheime Chats (Nachrichten werden verschlüsselt direkt von Gerät zu Gerät übertragen)
  • Synchronisation der Chats auf verschiedenen Geräten (Smartphone, Tablet, Desktop)
  • Mögliche Gefahren:
    • Chats, sowie Kontakte aus dem Adressbuch werden automatisch auf den Servern gespeichert
    • Teilen von Bildern oder Videos, die durch Dritte weitergegeben werden
    • Sexting
    • (Cyber-)Mobbing
    • Unerwünschte Kontaktaufnahme durch Fremde
  • Altersfreigabe: 12 Jahre

Was ist Telegram?

Telegram ist ein kostenfreier Messenger Dienst, der mit einer besonders hohen Sicherheit wirbt. Auch bei Telegram müssen sich Nutzerinnen und Nutzer mit einer Handynummer registrieren, es ist aber ebenfalls möglich sich einen Benutzernamen anzulegen. Wie bei anderen Messenger-Diensten kann das eigene Profil individuell angepasst werden. Chats können mit einzelnen aber auch mit einer Gruppe von bis zu hundert Personen eingerichtet werden. Auch bei Telegram lassen sich Bilder, Videos, Audiodateien und Emojis versenden. Das besondere bei Telegram sind die „Geheimen Chats“, bei welchen Nachrichten nicht auf den Servern des Anbieters gespeichert werden. Damit soll verhindert werden, dass Nachrichten in irgendeiner Form abgefangen und mitgelesen werden können. Des Weiteren gibt es die „Selbstzerstörungsfunktion“. Nach einer festgelegten Zeit verschwindet eine Nachricht automatisch bei Sender und Empfänger. Eine weitere Funktion, die Telegram bietet, sind sogenannte Kanäle. Über Kanäle können Nachrichten an unbegrenzt viele Nutzer versendet werden, schreiben darf aber nur der Kanalersteller und die  Administratoren. Kanäle können hinsichtlich ihrer Funktion mit E-Mail-Verteilern verglichen werden.

Was fasziniert Jugendliche besonders an dem Angebot?

Wie auch bei WhatsApp ermöglicht Telegram eine schnelle und kostenlose Möglichkeit mit anderen in Kontakt zu treten. Darüber hinaus ist die App zumindest in Teilen sicherer und bietet Funktionen, die WhatsApp und andere Messenger-Dienste nicht aufweisen. Anhand der JIM Studie 2017 wird aber auch deutlich, dass Telegram oder andere, sicherere Messenger-Dienste von Jugendlichen nicht oder kaum genutzt werden. So wird WhatsApp bei den 12- bis 19-Jährigen mit über 80% zu der wichtigsten App erklärt.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Trotz Verschlüsselungen und geheimen Nachrichten bleibt die App nicht ganz unproblematisch. Da die Funktionen von Telegram letztlich die gleichen sind wie bei WhatsApp und das Kommunizieren im Mittelpunkt steht, können Gefahren wie Sexting und Cybermobbing nicht ausgeschlossen werden. Versendete Bilder oder Videos können vom Empfänger ebenfalls weitergeleitet werden. Die Registrierung mit einem Nutzernamen stellt ein besonderes Risiko dar: Diese sind öffentlich, sodass auch Personen, die die Handynummer nicht haben, Kontakt aufnehmen können. Der Messenger-Dienst benötigt außerdem Zugriff auf das Adressbuch und Kontakte werden auf Telegram-Servern dauerhaft gespeichert.

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter wirbt mit Datenschutz und Privatsphäre. Neben den Verschlüsselungen gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, die App mit Code oder Fingerabdruck extra zu sichern. Telegram ist außerdem Open-Source, das heißt dass jeder den Quellcode und das Kommunikationsprotokoll einsehen kann. Die App soll außerdem immer kosten- und werbefrei bleiben.

Was sollten Eltern beachten?

Wie auch bei anderen Messenger-Diensten sollten Sie vor allem für eine verantwortungsbewusste Nutzung von Telegram und Messenger-Diensten allgemein sensibilisieren. Als Eltern sollten Sie auf mögliche Gefahren aufmerksam machen. Womöglich ist eine Registrierung mit öffentlichem Nutzernamen beispielsweise nicht ratsam. Es sollten aber auch die Vorteile von Telegram und anderen sichereren Messenger-Diensten, vor allem gegenüber WhatsApp, besprochen werden, da es sich bei Telegram zumindest hinsichtlich Sicherheit und Datenschutz um eine echte Alternative handelt.