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Internetguide für Eltern
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Threema

Kurz gefasst:

  • kostenpflichtiger Messenger-Dienst (einmalige Kosten abhängig vom Betriebssystem)
  • Registrierung via Handynummer optional, Anonymität möglich
  • Chats, Gruppenchats, Sprachanrufe und Abstimmungen möglich
  • Alle Nachrichten werden nur auf dem jeweiligen Gerät und auf keinem Server gespeichert
  • Mögliche Gefahren:
    • private Informationen preisgeben
    • Bilder oder Videos teilen, die durch Dritte weitergegeben werden
    • Sexting
    • (Cyber-)Mobbing
    • unerwünschte Kontaktaufnahme durch Fremde
  • Altersfreigabe: Offiziell ab 0 Jahren (fragwürdig)

Was ist Threema?

Threema ist ein kostenpflichtiger Messenger-Dienst, ähnlich WhatsApp. Dieser ist aber so konzipiert, dass keine Datenspur entsteht: Alle Chats, Gruppen und Kontakte werden mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versendet, d.h. Nachrichten aber auch Anrufe können nur vom Empfänger entschlüsselt werden. Außerdem werden Nachrichten nach der Zustellung vom Server gelöscht. Kontakte und sogenannte Meta-Daten werden nur auf Ihrem Gerät gesichert. Der Dienst bietet ansonsten die üblichen Funktionen an: Chats und Gruppenchats, aber auch verschlüsselte Sprachanrufe sind möglich. Zudem gibt es die Möglichkeit, Abstimmungen durchzuführen.

Bei Threema können Bilder, Videos, Audio-Dateien und Emojis versendet werden. Mit Threema Web kann der Messenger vom PC aus genutzt werden. Eine Besonderheit ist, dass bei Registrierung jedem/jeder Nutzer*in eine zufällige Threema-ID zugeordnet wird. Die Verknüpfung mit einer Handynummer oder E-Mail-Adresse ist möglich aber nicht verpflichtend. Dadurch kann der Messenger auch vollkommen anonym genutzt werden.

Was fasziniert Jugendliche besonders an dem Angebot?

Threema hat weit geringere Nutzerzahlen als WhatsApp. Und das, obwohl es ähnliche Funktionen bietet. Außerdem sind der Datenschutz und der Schutz der Privatsphäre besser geregelt. Ob und wie Threema Jugendliche fasziniert ist schwer zu sagen, da das Angebot bisher nur von wenigen Jugendlichen genutzt wird. Da fast jeder WhatsApp nutzt, erscheint es Jugendlichen nicht nötig, sich nach Alternativen umzusehen. Vor allem, wenn sie über die Sicherheitslücken von WhatsApp nicht Bescheid wissen.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Bei einer hohen Nutzung der App entstehen ähnliche Gefahren, wie bei allen Messengern. Cybermobbing und Sexting sind nicht auszuschließen. Hinsichtlich der Sicherheit und des Datenschutzes muss man sich bei Threema jedoch kaum Sorge machen, denn alle Nachrichten werden verschlüsselt übertragen. Weder Kontakte noch Meta-Daten werden auf einem Server zwischengespeichert. Der Quellcode ist jedoch nicht frei zugänglich, wie zum Beispiel bei Telegram der Fall ist. Dadurch ist eine unabhängige Überprüfung der Sicherheit des Programms nicht möglich.

Was meint der Anbieter?

Auf der Website wirbt Threema mit einer garantierten Privatsphäre und der besten Verschlüsselung. Fragwürdig ist jedoch die Altersfreigabe von 0 Jahren. Trotz hoher Sicherheit bleiben Risiken und Gefahren, die die Nutzung von Messenger-Diensten generell und vor allem für Kinder und Jugendliche mit sich bringen.

Was sollten Eltern beachten?

Wie auch bei anderen Messenger-Diensten sollten Sie als Eltern vor allem für eine verantwortungsbewusste Nutzung sensibilisieren. Machen Sie auf mögliche Gefahren von Messenger-Diensten aufmerksam, thematisieren Sie aber auch die Vorteile von Threema und anderen, sichereren Messengern gegenüber WhatsApp.