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Internetguide für Eltern
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Internetguide für Eltern

YOU NOW

 

Kurz gefasst:

  • Streaming: Videos von überall live ins Internet übertragen
  • Auch als App verfügbar
  • Chatten: kommentieren, Fragen stellen, mit anderen Nutzer*innen kommunizieren
  • Zuschauen auch ohne Anmeldung
  • Laut Anbieter ab 13 Jahren erlaubt
  • Achtung: unbedachtes Preisgeben persönlicher Informationen, Kontrolle und Moderation von problematischen Äußerungen oder Mobbing in Echtzeit

Was ist YouNow?

YouNow ist ein Streamingdienst mit dem Videos ohne großen Aufwand in Echtzeit ins Internet übertragen werden können. Nutzer benötigen lediglich einen Rechner mit Internetzugang und Webcam oder ein Smartphone mit Kamera und die YouNow App. In einem Chatfenster können ZuschauerKommentare oder Fragen eingeben. Auf diese kann dann direkt geantwortet werden. Für die Durchführung eines Livestreams muss man sich vorher anmelden, veröffentlichte Streams kann man ohne Anmeldung ansehen und kommentieren.

Was fasziniert Jugendliche besonders an dem Angebot?

Jugendliche fasziniert besonders die Einfachheit von YouNow. Überall dort, wo auch ihr Smartphone ist, können sie einen Livestream starten oder ansehen. Damit haben sie ein einfaches Mittel, sich anderen mitzuteilen und ihre Wirkung zu testen.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Vor allem die Liveübertragung bei YouNow kann problematisch sein. Kinder und Jugendliche können dabei unter Umständen unbedacht Inhalte preisgeben, die nicht ins Internet gehören. Vor allem persönliche Daten wie Adresse, Namen, Telefonnummer oder der Name der Schule können dabei von – in diesem Falle anonymen – Zuschauenden missbraucht werden. Aber auch Beleidigungen oder Mobbing sind durch die Kommentare und im Chat bei YouNow möglich.
Findet der Livestream in der Öffentlichkeit statt, sind oft zudem die Persönlichkeitsrechte Dritter betroffen. Das ist z.B. der Fall, wenn in der Schule heimlich gestreamt wird, ohne dass die gezeigten Personen im Vorfeld um Erlaubnis gefragt werden. Darüber hinaus muss man darauf achten, dass Musik im Hintergrund nicht urheberrechtlich geschützt ist. Sonst können GEMA-Gebühren anfallen.
You-Now bietet den Kauf von sog. „bars“ (Goldbarren) an, mit denen Geschenke („premium gifts“) an Streamer und User vergeben werden können. Dies sollte nach Möglichkeit unterbunden werden, z.B. durch die entsprechenden Einstellungen im Betriebssystem des Smartphones.

 

Was meint der Anbieter?

Wie bei jedem Anbieter müssen sich Nutzende an plattforminterne Regelungen halten. Die Nutzung von YouNow ist dabei nur Jugendlichen ab 13 Jahren gestattet. Minderjährigen ist es verboten, sich vor der Kamera zu entblößen. Generell verboten ist eine vulgäre oder verletzende Sprache. Durch ein Melde- und Blockiersystem soll sichergestellt werden, dass problematische Vorfälle auf YouNow geahndet werden. Jedoch ist die Kontrolle durch die Vielzahl der Livestreams und die Echtzeit des Angebotes äußerst schwierig. Auch das Alter der Nutzenden ist kaum kontrollierbar, da sie sich über ein bestehendes Google+-, Twitter- oder Facebook-Konto anmelden.

Was sollten Eltern beachten?

Als Eltern sollten Sie grundsätzlich das Gespräch mit Ihren Kindern über die Mediennutzung suchen und sich dabei offen für die positiven Aspekte von Angeboten zeigen. Eine gemeinsame Diskussion kann auch auf mögliche Gefahren und Probleme aufmerksam machen, Jugendliche für diese sensibilisieren und sie zur Reflexion der eigenen Mediennutzung anregen. Eltern von jüngeren Kindern sollten die Nutzung von YouNow eher verbieten und durch technische Mittel sicherstellen, dass die Seite nicht aufgerufen werden kann. Hierzu sollten geeignete Schutzmaßnahmen wie bspw. Einstellungen im Betriebssystem und die Installation eines Jugendschutzprogrammes getroffen werden. Sie können Ihre Kinder auf sinnvolle und kindgerechte Alternativangebote hinweisen. Tipps finden sich z.B. auf juki.de, fragFINN.de, seitenstark.de, Ein Netz für Kinder.

Älteren Kindern und Jugendlichen sollte eindringlich klargemacht werden, welche möglichen Gefahren bestehen und wie man diese umgeht bzw. auf Probleme reagiert.

Eltern sollten zudem die Kaufoptionen (Goldbarren) diskutieren bzw. klarstellen, dass diese unerwünscht sind.