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Internetguide für Eltern
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Internetguide für Eltern

Ask.fm

Kurz gefasst:

  • kostenlose Frage-und Antwort-Online-Plattform
  • erlaubt ab 13 Jahren (Altersbeschränkung jedoch leicht zu umgehen)
  • das soziale Netzwerk enthält Werbung 
  • Registrierung über die Portale Facebook, Twitter, Instagram oder vk.com (soziales Netzwerk aus Russland)
  • 215 Millionen registrierte Nutzer (Stand: 26. April 2018)
  • Zugriff über Browser-Version oder mobile iOS & Android-App
  • Plattform bietet hohes Risiko für Cybermobbing und sexuelle Belästigung

Was ist ask.fm?

ask.fm ist ein soziales Netzwerk, bei dem sich Nutzer gegenseitig ganz beliebige und individuelle Fragen stellen können. Es ist eine weltweite Community und in 49 Sprachen abrufbar. Die Fragen und Antworten sind auf dem jeweiligen Profil öffentlich für jeden einsehbar, das heißt für registrierte, aber auch für nicht-registrierte Mitglieder. Antworten können in Form von Text, Fotos und Videos gegeben werden. Fragen können entweder verfasst werden, ohne Mitglied des Netzwerkes zu sein und demzufolge anonym, oder mit Benutzer-bzw. Klarnamen gestellt werden. Auch dann lässt sich ein Häckchen bei „anonym fragen“ setzen. Durch das öffentliche Frage-Antwort-Spiel ist es möglich, auch mit Fremden zu kommunizieren.

Nutzer können sich untereinander folgen und bekommen so die neuen Post der anderen Person auf dem eigenen Feed angezeigt.

Besonders in der Anonymität liegt eine Gefahr der Plattform, da viele User dies ausnutzen, um unerkannt teilweise sehr beleidigende oder sexuell behaftete Fragen zu stellen oder Kommentare zu hinterlassen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an dem Angebot?

Soziale Netzwerke bieten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich auszuprobieren, sich zu präsentieren und ihre Wirkung auf andere Personen zu testen. Insbesondere die Plattform ask.fm lässt sich auch mit einer Art digitalem „Freundesbuch“ vergleichen-das Prinzip des Frage-Antwort-Spiels ist in vielen Generationen schon sehr beliebt gewesen und hat sich nun auch ins Netz verlagert. Das Interesse und die Aufmerksamkeit an der eigenen Person kann für Kinder und Jugendliche reizvoll sein. Auch die Möglichkeit, anderen Nutzern anonym Fragen stellen zu können, erweckt den Eindruck, scheinbar mutiger und ehrlicher Fragen stellen zu können.

Die Kommunikation auf der Plattform ist vergleichbar mit einem Gespräch in der „echten“, analogen Welt und wirkt scheinbar authentisch.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Das soziale Netzwerk ask.fm steht in Verbindung mit Cybermobbing und darauf folgenden Selbstmorden von Jugendlichen. Durch die Möglichkeit des anonymen Postings, also Schreiben und Kommentieren von Beiträgen ohne Nennung eines Namens oder Profils, sinkt die Hemmschwelle für Cybermobbing und es wird es Tätern leicht gemacht, unerkannt andere Nutzer zu beleidigen, zu belästigen, zu nötigen oder sexuell zu bedrängen.

Die Erstellung eines Profils und gerade die Beantwortung von Fragen können dazu verleiten, persönliche Daten von sich preiszugeben, die daraufhin für jeden sichtbar sind. Nutzer müssen sich darüber bewusst sein, dass ihr Profil sowie ihre Posts auch über das Netzwerk ask.fm hinaus für die Öffentlichkeit zugänglich sind und das mögliche Publikum nicht überschaubar ist. Suchmaschinen wie Google, Partner von ask.fm sowie andere Dritte können außerdem Daten von ask.fm übermittelt bekommen. Die Verknüpfung des Profils mit Facebook, Instagram, Twitter oder vk.com bergen auch Datenschutzrisiken.

Zudem lassen sich die Sicherheits-und Nutzungseinstellungen leicht umgehen. ask.fm dürfen Jugendliche offiziell erst ab einem Alter von 13 Jahren nutzen und bei Minderjährigkeit nur mit Einverständnis der Eltern; dies wird jedoch in keiner Weise überprüft und auch das Geburtsjahr lässt sich eigenhändig wählen.

Likes und Follower machen das eigene Profil scheinbar attraktiver. Zudem haben sich in der Vergangenheit zu diesem Zweck Geschenke sammeln lassen, die im Profil angezeigt wurden. Diese Geschenke waren jedoch kostenpflichtig! Auch hatten sie die Gefahr inne, sie im Tausch für ein sexuell behaftetes Bild oder einer Videoantwort angeboten zu bekommen.

Postings können von einem selbst oder anderen auch durch das Klicken auf ein kleines Herz „geliked“, also mit „Gefällt mir“ gekennzeichnet werden. Dieser „Like“ ist nicht mehr rückgängig zu machen.

Was meint der Anbieter?

Nach eigener Aussage des Anbieters sollen Nutzer die Plattform nach folgender Goldener Regel benutzen: Behandele andere Nutzer so, wie du selbst behandelt werden möchtest.

ask.fm weist mittels einem extra eingerichteten „Sicherheitscenter“ (https://safety.ask.fm/?lang=de) und den darin auffindbaren Sicherheits-Tools sowie Community-Richtlinien auf Gefahren und Risiken hin und wie sich diese verhindern lassen bzw. wie man sich verhalten kann, sollte es zu unangenehmen oder problematischen Situationen mit anderen Nutzern kommen.

Es gibt einige Funktionen, mit denen ask.fm Schutzmaßnahmen und Hilfemöglichkeiten für Nutzer anbietet:

  • Melde- und Blockierfunktion von unangebrachten Aktivitäten andere, Inhalten oder Profilen
  • die Option „anonyme Fragen zulassen“ deaktivieren
  • Anleitungen zur sicherem Umgang mit eigenen Inhalten auf ask.fm
  • Anleitungen zum sicheren Umgang zur Privatsphäre
  • Anleitungen zur Deaktivierung oder Löschung des Kontos

Nicht-registrierte Nutzer müssen zudem beim Stellen einer Frage ein Häkchen bei „Ich stimme ASKfm Nutzungbedingungen zu und bin mindestens 13 Jahre alt. Ich verspreche höflich zu sein :)“ bestätigen.

Was sollten Eltern beachten?

Ihr Kind möchte ein Mitglied bei ask.fm werden oder ist es bereits? Das soziale Netzwerk ist ab 13 Jahren erlaubt, dies lässt sich jedoch einfach umgehen. Kommen Sie mit Ihrem Kind ins Gespräch, ob und wann eine Anmeldung sinnvoll ist. Denken Sie, Ihr Kind kann die Risiken des Angebots bereits einschätzen?
Zeigen Sie Interesse an dem Wunsch des Kindes und fragen Sie nach, was genau es auf ask.fm sucht bzw. erwartet. Dadurch schaffen und fördern Sie das Vertrauen Ihres Kindes, sodass es sich an Sie wendet, wenn es etwas Unangenehmes auf ask.fm erlebt.

Gehen Sie außerdem gemeinsam die Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen durch. Weisen Sie Ihr Kind auf die Risiken der Plattform hin (siehe weiter oben) und erklären Sie Ihrem Kind, warum es keine persönlichen Daten auf dem sozialen Netzwerk angeben sollte. Wie in jedem sozialen Netzwerk gilt auch hier: Erst denken, dann posten! Überlegen Sie sich zusammen einen Spitznamen für Ihr Kind, der keine Rückschlüsse auf die Identität Ihres Kindes zulässt. Ihr Kind sollte auch über folgende Funktionen Bescheid wissen:

  • das Zulassen von anonymen Fragen lässt sich deaktivieren
  • unangenehmes, unangemessenes oder problematisches Verhalten von Nutzern kann (auch anonym) gemeldet werden
  • Nutzer können blockiert werden
  • das Anzeigen von Antworten im Stream lässt sich deaktivieren (so erhält man weniger Aufmerksamkeit von beliebigen Nutzern)
  • Allgemein gilt: Fragen können auch unbeantwortet bleiben!