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Internetguide für Eltern
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Internetguide für Eltern

Klick, Wisch, Like – Gekauft? Werbung in den Medien erkennen und hinterfragen

Ob im Fernsehen, an der Bushaltestelle oder im Internet – Werbung gehört zu unserem Alltag dazu. Auch schon die Jüngsten begegnen Werbebotschaften überall in ihrem Umfeld und in den Medien. Beim Fernsehen sehen junge (Vor-)Schulkinder Werbespots, außerdem gibt es viele Produkte rund um ihre Medienhelden Elsa, Sandmann & Co. zu kaufen. Die Bücher, Spielzeuge und Alltagsgegenstände bestimmen oft die Wunschzettel für Geburtstage und Weihnachten. Ältere Kinder und Jugendliche kommen auf Websites und Videoplattformen mit unterschiedlichen Werbeformen in Berührung. Die von ihren Stars in sozialen Medien wie Instagram und YouTube vorgestellten oder inszenierten Produkte bekommen dabei viel Aufmerksamkeit. Auch in vielen Spiele-Apps findet sich Werbung, zum Beispiel für zusätzliche Funktionen und virtuelle Gimmicks, die gekauft werden können.

Warum überhaupt Werbung? Und was ist erlaubt?

Werbung ist für viele Anbieter in Fernsehen, Internet oder von Apps vor allem eine Möglichkeit, kostenfreie Angebote zu finanzieren. Familien finden bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten oder bei öffentlich geförderten, gemeinnützigen Angeboten auch werbefreie Alternativen. Viele kommerzielle Medieninhalte sind bei Kindern jedoch sehr beliebt. Deshalb sollten Sie als Eltern Ihre Kinder dabei begleiten, die vielfältige und bunte Medienwelt in all ihren Facetten kennenzulernen und entlang ihrer eigenen Bedürfnisse entdecken zu können.

Gerade bei Medieninhalten für Kinder gelten gesetzliche Regelungen, die sicherstellen sollen, dass Kinder Werbung erkennen können und ihre kindliche Unerfahrenheit nicht ausgenutzt wird. Hierzu gehören zum Beispiel die klare Trennung von Inhalt und Werbung. Im Fernsehen gibt es einen optischen und akustischen Hinweis zu Beginn und Ende der Werbung, außerdem darf das Kinderprogramm nicht von Werbung unterbrochen werden. Auf Kinderinternetseiten müssen Werbebanner ebenfalls gekennzeichnet sein und dürfen die Inhalte nicht überlappen oder Kinder in der Nutzung der Seiten behindern. Mit dem Ziel, die Interessen von Kindern besonders zu schützen, darf auch nicht für alle Produkte geworben werden, zum Beispiel nicht für Alkohol oder Diätprodukte.

Werbung kann man lernen – Anregungen und Tipps

Werbekompetenz bedeutet, Werbung erkennen, durchschauen und hinterfragen zu können. Sie können Ihre Kinder unterstützen und passend zum Alter und Entwicklungsstand einen kritischen Umgang mit Werbung begleiten. Jüngeren Kindern kann es zum Beispiel schwer fallen, Werbeinhalte als solche zu erkennen. Vor allem bei Onlinewerbung müssen sie erst lernen, dass diese gleichzeitig neben den eigentlichen Inhalten auf einer Internetseite angezeigt wird. Mit dem Alter steigt auch das Verständnis von Werbung, ab ungefähr 8 Jahren verstehen Kinder, dass Werbung keine neutralen Information über Produkte bietet, sondern zu Kaufhandlungen führen soll.

Werbung innerhalb von Spiele-Apps taucht oftmals überraschend und unvermittelt auf, sodass Kinder hier aus Versehen auf Werbeinhalte klicken können. Achten Sie beim Download von kostenfreien Kinderapps darauf, ob diese In-Game Werbung enthalten und entscheiden Sie, ob diese für Ihr Kind – auch wenn es alleine spielt – geeignet ist. Aufpassen sollten Sie besonders, wenn Werbeinhalte im Spiel Anreize bieten, durch das Anklicken schneller im Spiel voranzukommen, wenn die Werbung nicht gekennzeichnet oder vom Spielinhalt getrennt ist oder wenn Kinder beim Spielen behindert werden.

Bei attraktiven Produkten rund um ihre Medienhelden übt Werbung trotzdem eine große Faszination auf Kinder aus. Ältere Kinder und Jugendliche stehen vor der Herausforderung, kommerzielle Absichten ihrer Lieblingsstars in den sozialen Medien auch als solche zu erkennen. Die sogenannten „Influencer“ stellen auf ihren Profilen Marken und Produkte vor oder zeigen sich mit ihnen, sodass einige mittlerweile von den Werbeeinnahmen leben können. Schauen Sie also auch gemeinsam Videos und Instagram-Stories an und achten zusammen auf Hinweise für Werbung und Sponsoring in den geteilten Inhalten.

Grundsätzlich: Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über die Themen Merchandising, Produktplatzierungen und Werbung oder auch ihr Konsumverhalten innerhalb der Familie. So ermöglichen Sie Ihrem Kind einen bewussten und kritischen Umgang mit Werbung und den Kaufentscheidungen im Alltag.

Werbung kindgerecht? Hier gibt es Informationen!

  • Ratgeber Kinder und Onlinewerbung: www.kinder-onlinewerbung.de
  • Media Smart, Bildungsinitiative für die Förderung von Werbekompetenz: www.mediasmart.de
  • Kindersuchmaschine www.fragfinn.de: kindgeeignete, von Medienpädagogen redaktionell geprüfte Internetseiten, viele davon sind werbefrei oder erfüllen strenge Kriterien, u.a. bezüglich Werbung und kommerziellen Inhalten