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Internetguide für Eltern
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Medien in der Familie

Die Familie prägt den Umgang mit Medien

Kaum ein anderer Lebensort prägt den Umgang mit Medien bei Kindern und Jugendlichen so stark wie die Familie. Schon im frühen Lebensalter sind Familienmitglieder erste wichtige Vorbilder – gerade auch in der Mediennutzung! Das gilt sowohl für inhaltliche Vorlieben, als auch für den Umgang mit Medien und die Medienzeit. In der Familie wird festgelegt, ob Medien im Alltag bewusst für bestimmte Zwecke eingesetzt werden, als Impulsgeber und Anregung dienen oder den Alltag in der Familie strukturieren und dann zum Beispiel auch zur Vermeidung von Konflikten genutzt werden.

Medien prägen das Familienleben

Die Familie prägt den Umgang mit Medien, die Medien prägen aber auch den familiären Alltag. Sie sind Anlass über bestimmte Themen zu sprechen oder gemeinsame Entdeckungstouren zu unternehmen. Medien können gemeinsame Erlebnisse schaffen und dokumentieren – vom Skypen mit Verwandten, bis zur gemeinsamen Einkaufliste in einer App.

Aber: Die Mediennutzung in der Familie sollte stets sensibel, bewusst und so zielgerichtet wie möglich erfolgen. Fernseher oder Tablet können auch mal als Babysitter missbraucht werden, um wenigstens ein paar wohlverdiente Minuten der Ruhe zu haben. Lassen Sie das aber nicht zur Regel werden! Wenn Sie Bilder oder Videos Ihrer Kinder ins Netz stellen, fragen Sie Ihre Kinder vorher und überlegen Sie nochmal, welche Folgen das haben kann. Auch wenn der vierzehnjährige Sohn beim Pornogucken erwischt wird, hilft ein Verbot nichts. Reden Sie darüber!

Überall dort, wo Medien eine aktive Kommunikation und einen aktiven Umgang in der Familie verhindern, sollte der Mediengebrauch überdacht werden. Gemeinsames Spielen, Gespräche und Diskussionen sollten im Vordergrund stehen. Nutzen Sie Medien auch mal zur kreativen Gestaltung! Regen Sie Ihr Kind zum Selbermachen von Medien an. Lassen Sie es selbst fotografieren, Videos drehen oder Hörspiele erstellen. Begleiten Sie Ihr Kind dabei und gestalten Sie gemeinsam Medieninhalte. Das bietet zugleich die Möglichkeit, über die jeweilige Technik, die entsprechenden Möglichkeiten und Risiken zu sprechen. Sie können auch selbst von Ihrem Kind lernen. Insbesondere im Umgang mit den digitalen Medien sind unsere Kinder oft sehr viel weiter als wir.

Ihre Rolle als Eltern

Nicht immer ist der Umgang mit Medien in der Familie einfach. Vor allem unterschiedliche Altersstufen der Kinder, unterschiedliche Interessen und Mediengewohnheiten können Konflikte verursachen. Wenn ein jüngeres Kind nicht versteht, warum der ältere Bruder eine bestimmte Website besuchen darf, es aber selbst nicht oder wenn Sie als Eltern nicht verstehen, warum das Onlinespiel gerade jetzt nicht unterbrochen werden kann, veranlasst der Medienkonsum nicht nur Unverständnis auf allen Seiten sondern fördert Auseinandersetzungen und Streit.

Ihre Rolle als Eltern besteht letztlich darin, Ihrem Kind Orientierung und Hilfe zu bieten. Sie sollten erste Ansprechpartner für Ihr Kind sein, nicht das Internet oder das Fernsehen. Schauen Sie einmal selbst darauf, in welchen Momenten Medien für Sie unabkömmlich sind, in denen sie eigentlich verzichtbar sein sollten. Im Sinne eines Vorbildcharakters sind Sie dazu angehalten, einen sinnvollen und adäquaten Mediengebrauch sowohl in Qualität als auch Quantität vorzuleben – auch wenn dies manchmal schwer fällt.

Seien Sie ein Vorbild … nicht nur, wenn Ihr Kind zuschaut

Die Verantwortung der Eltern fängt bei der eigenen Mediennutzung an: Je besser Sie in der Lage sind, verantwortungsbewusst und reflektiert mit Medien umzugehen, desto besser können Sie den Mediengebrauch Ihrer Kinder verstehen und mit Ihnen aushandeln. Denken Sie immer daran, dass Sie ein Vorbild für Ihre Kinder sind.

Egal ob Sie während gemeinsamer Aktivitäten WhatsApp-Nachrichten, E-Mails oder Posts in Sozialen Netzwerken schreiben oder sich durch Videos im Netz oder auf dem Smartphone ablenken lassen: Achten Sie darauf, wann Sie Medien nutzen und ob Sie in dem Moment vielleicht darauf verzichten könnten. Beobachten Sie, wie lange und häufig Sie Medien nutzen und legen Sie ab und zu mal das Smartphone zur Seite oder schalten Sie den PC aus. Seien Sie ein Vorbild!

Stellen Sie gemeinsam Regeln auf!

Ein Patentrezept zur Lösung familiärer Konflikte im Umgang mit Medien gibt es leider nicht – zu unterschiedlich sind Familien, Eltern und Kinder selbst. Jedoch gilt es vor allem, für alle Familienmitglieder klar verständliche Regeln für den Mediengebrauch aufzustellen. Dies bedarf – je nach Alter des Kindes – eines Verhandlungsprozesses. Denn: Immer dann, wenn Kinder Regeln auch nachvollziehen können, wissen, was Sie bewegt und auch um die möglichen Konsequenzen der Nicht-Einhaltung der Regeln wissen, ist es für sie leichter, diese Regeln zu befolgen.

Und beziehen Sie Ihre Kinder in die Regelerstellung ein! Gemeinsam können Sie Prioritäten des Mediengebrauchs diskutieren, Ausnahmen definieren, Zeitlimits oder medienfreie Räume verhandeln. Aber auch gemeinsame mediale Aktionen und Verbindlichkeiten können festgehalten werden.

Kurzum: Regeln müssen erklärt und verhandelt werden. Schaffen Sie sich daher ein gemeinsames Regelwerk in der Familie!

 

Hilfe zur Selbstreflexion

Beobachten Sie mal die Mediennutzung innerhalb Ihrer Familie. Die folgenden Fragen helfen Ihnen vielleicht dabei:

(1) Welchen Stellenwert haben Medien in ihrem Familienalltag?

(2) Wie gut kennen Sie die Medienvorlieben Ihrer Kinder? Sprechen Sie darüber mit Ihren Kindern?

Kleiner Tipp: Unter Medienwelten finden Sie eine Reihe von Unterhaltungsseiten und Apps, die Kinder mögen.

(3) Haben Sie regelmäßig Ärger in der Familie wegen der Mediennutzung oder führt die Mediennutzung Ihrer Kinder dazu, dass sich Ihre Kinder abkapseln?

(4) Sprechen Sie mit Ihren Kindern auch über Chancen und Möglichkeiten oder vor allem über Probleme rund um Medien?

(5) Glauben Sie, dass Ihre Kinder wegen ihres Medienkonsums Probleme in der Schule und wenig Zeit für sonstige Aktivitäten haben?

(6) An wen wenden sich Ihre Kinder, wenn sie im Umgang mit Medien mal nicht weiterkommen oder auf Probleme stoßen?

Hier finden Sie Informationen rund um die Mediennutzung und zum Kinder- und Jugendmedienschutz. Links zur Beschwerdestelle und zum Verbraucherschutz hier.

(7) Nutzen Sie und Ihre Kinder Medien eher unabhängig voneinander oder schauen Sie auch gemeinsam Fernsehen? Spielen Sie gemeinsam Computerspiele oder surfen Sie gemeinsam im Netz?

(8) Nutzen Sie Medien zu Hause kreativ, um etwas zu gestalten? Haben Sie in Ihrer Familie gemeinsam Spaß mit Medien?

In der Rubrik Medienwelten finden Sie auch interessante Beiträge rund um das Thema Kreativität.